Ganz einfach Seife selber machen ohne Zusatzstoffe

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Seife wird oft mit vielen Zusatzstoffen versetzt, die der Haut mehr schaden als nützen können. Wenn Sie die Seife kurzerhand selber machen statt zu kaufen, erhalten Sie dagegen eine natürlichere Pflege, der Sie zudem eine persönliche Note verleihen können. So einfach geht es.

Seife selber machen: Mit Seifenflocken und Glyzerinseife, ohne Lauge
Foto: © moodboard, iStock, Thinkstock

Um Seife nach traditionellem Rezept von Grund auf selber zu machen, würden Sie Lauge benötigen. Die Zutaten dafür sind jedoch nicht ungefährlich.

Sie müssten deshalb Sicherheitsmassnahmen beachten, wie langärmelige, schützende Kleidung und eine Schutzbrille zu tragen.

Einfacher und gefahrloser stellen Sie dagegen Ihre Naturseifen mit Rohseife her, entweder in Form von Seifenflocken oder Glyzerinseife. Diese Seife können Sie sogar zusammen mit Kindern selber machen.

Sie enthalten dann ebenfalls keine unnötigen, künstlichen Zusatzstoffe, die oft Allergien auslösen. Und Sie können auch so noch immer entscheiden, welche Farben und Düfte Ihre persönlichen Naturseifen haben sollen.

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Kreieren Sie Ihre ganz eigene Naturseife

Seifenflocken bekommen Sie teilweise im Handel oder in diversen Online-Shops. Alternativ können Sie auch duftfreie (Glycerin-)Seife mit einer Küchenreibe zu Flocken verarbeiten. Gut geeignete Öko-Glycerinseife erhalten Sie beispielsweise bei Migros Do it + Garden oder online auf buttinette.ch.

So machen Sie Naturseife einfach selber

Die Seifenflocken schmelzen Sie in einem Wasserbad. Wenn Ihre Naturseife duften soll, geben Sie ausserdem für Kosmetik geeignetes, natürliches ätherisches Öl hinzu. Dieses finden Sie in vielen Reformhäusern, Apotheken oder auch online. Auf 100 g Flocken geben Sie dabei bis zu 5 Tropfen des Öls.

Um Ihre Seife optisch aufzupeppen, können Sie Lebensmittelfarbe verwenden. Aber auch getrocknete Blüten und Kräuter verleihen der Naturseife ein besonderes Aussehen.

Wenn sich alle Zutaten im Wasserbad gut vermischt haben, füllen Sie die Seife in spezielle Seifenformen oder andere geeignete Gefässe ab und lassen sie darin aushärten. Alternativ können Sie die Seife etwas abkühlen lassen und dann mit den Händen verkneten und in Form bringen. Dabei können Sie auch verschieden eingefärbte Seifen zu einer kombinieren. Egal, wie Sie Ihre Seife in Form bringen, Sie sollten sie auf jeden Fall mindestens einen Tag lang aushärten lassen, bevor Sie sie verwenden. Dickere Seifenstücke brauchen entsprechend mehr Zeit. Foto: © Sarsmis / iStock / Thinkstock

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Flüssige Seife selber machen mit Seifenflocken

Seife selber machen, wie die folgende Flüssigseife, ist denkbar einfach, wenn man fertige Seifenflocken nimmt, oder aber sich diese aus einem Stück Rohseife, wie pflanzlich basierte Kernseife, selber reibt. Es gibt einige Shops im Internet, die Seifenflocken versenden, reine Kernseife gibt es meist in Apotheken oder Drogerien. Für 100 ml selbstgemachte Flüssigseife benötigen Sie:

1 TL – 1 EL geriebene Seifenflocken

100 ml warmes Wasser oder Kräutertee (z. B. aus Salbei, Lavendel oder Kamille)

Ein paar Tropfen für Kosmetika geeignetes ätherisches Öl (z. B. Lavendel- oder Orangenöl), Naturfarbe wie Lebensmittelfarbe nach Wunsch

Material: Eine Schüssel, ein Holzlöffel und ein ausgedienter Flüssigseifenspender oder eine leere, gut ausgespülte Spülmittelflasche

Mit Seifenflocken eine Seife selber machen ist schnell erledigt. Das Wasser wird bis zum Siedepunkt erhitzt oder der Kräutertee wie üblich aufgegossen, das Ganze lässt man ziehen und etwa 10 Minuten abkühlen. Die nun eingerührten Seifenflocken gut mit dem Rest vermischen und alles kalt werden lassen.

Wenn Sie so Seife selber machen: Je mehr man von den Seifenflocken verwendet, desto fester wird sie. Bei einem Esslöffel der Seifenflocken kann so mancher Flüssigseifenspender an seine Grenzen kommen.

Tipp: Wenn man sie bekommt, dann ist Aleppo-Seife ideal. Sie wird aus Olivenöl und Asche hergestellt.

Variation der Flüssigseife: Pflegende Duschseife selber machen

Das Rezept für selbst hergestellte Flüssigseife aus Seifenflocken kann man auch bestens für das morgendliche Duschbad verwenden. Noch pflegender wird diese, wenn man 5 - 10 ml Kokosöl oder Olivenöl beifügt, alternativ ein paar Gramm Kakaobutter oder Shea-Butter. Diese Öle und Fette haben eine natürlich die Haut pflegende Wirkung und werden einfach in die noch warme Seifenlösung eingerührt.

Seife selber herstellen mit Glyzerin

Feste Glyzerinseife ist eine Rohseife auf pflanzlicher Basis, die sich nach dem Erwärmen besonders gut zum Seifengiessen eignet und auch als Bio-Seife erhältlich ist. Glyzerinseife wird im Wasserbad bis zum Schmelzpunkt erhitzt und kann anschliessend mit ein paar Tropfen ätherischem Öl ganz nach Wunsch zur duftenden Seife werden.

Seife selber machen mit Glyzerinseife ergibt eine weisse Masse, die man allerdings mit natürlichen Lebensmittelfarben einfärben kann. Glyzerinseife schäumt besonders gut, reinigt und pflegt zugleich. Wer hieraus eine Seife selber herstellen möchte, geht wie folgt vor:

Seife aus Glyzerinseife selber machen

500 g Glyzerinseife

Ein paar Tropfen ätherisches Öl, z.B. Rosenöl

Naturfarbe nach Wunsch

Materialien: Wasserbad, Holzlöffel, Formen zum Seifengiessen (optional: Eiswürfelbereiter, am besten aus Silikon)

Manche Hersteller verkaufen Glyzerinseife gleich in einem kleinen Eimer, den man wunderbar zum Erhitzen im Wasserbad verwenden kann. Hat man die Seife zum selber machen dagegen in einem Beutel, dann ist eine Schüssel nötig, um sie im Wasserbad zu schmelzen.

Beim Seife selber machen sollte das Wasserbad auf kleinster Stufe nur eben so warm werden, dass die Glyzerinseife schmilzt. Dann geeigneten Duft einrühren, gegebenenfalls die Farbe. Nun lediglich die Seifenmasse etwas abkühlen lassen und die zähfliessende Masse in die entsprechenden Formen giessen. Abkühlen lassen und aus der Form nehmen. Schon haben Sie sich eine pflegende und sehr gut reinigende Seife selber hergestellt.

Auch hier können ein paar Milliliter eines guten Öls oder die oben genannten Fette die Haut spürbar pflegen. Am besten man probiert einfach mal ein paar Varianten aus, testet sich durch verschiedene Konzentrationen, Düfte und Zusätze wie Öle oder Fette, um seine persönliche Wunschseife zu finden.

Auf welche schädigenden Zusatzstoffe Sie verzichten, wenn Sie Ihre Seife selber machen, erklärt der Beitrag «Seife im Ökotest». Nebenbei verzichtet man hiermit auf das oft verwendete, meist sehr fraglich gewonnene Palmöl.

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann