Kurz die Welt retten? Was vom Pariser Klimagipfel zu erwarten ist

Vom 30. November bis 11. Dezember wird auf dem COP21 in Paris darüber diskutiert, wie man den Klimawandel stoppen kann. Dafür soll ein neues, verbindliches Abkommen verabschiedet werden. Die vorab von den Teilnehmerländern definierten Massnahmen reichen aber kaum aus.

Klimakonferenz in Paris: Was können wir vom COP 21 erwarten?
United Nations Generalsekretär Ban Ki-moon spricht zu den Medien im United Nations Hauptquartier. Foto: © Spencer Platt / Getty Images News

Auf der 21. Klimakonferenz in Paris soll nach Jahren der schleppenden Diskussionen endlich ein globaler Klimaschutzvertrag festgelegt werden, der konkrete Massnahmen zum Schutz der Umwelt enthält.

Das Hauptziel bleibt, wie auf früheren Klimagipfeln, einen Weg zu finden, die Zwei-Grad-Marke der Erderwärmung nicht zu überschreiten. Erreicht werden soll das mit einem schrittweisen Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas als Treib- sowie Heizstoffe.

Ziele der Länder überzeugen kaum: Ist die Klimakonferenz bereits vorab gescheitert?

Im Vorfeld der Klimakonferenz sollten die teilnehmenden Nationen ihre Klimaschutzziele definieren. Bis Anfang Oktober seien die Dokumente aus 146 Ländern beim UNFCCC eingegangen. Zusammen sind diese Staaten für 87 Prozent des globalen Ausstosses von Treibhausgasen verantwortlich. Die Schweiz war hierbei ein Vorreiter und hatte bereits im Frühjahr 2015 als erstes Land seine Pläne eingereicht.

Die Auswertung aller Ziele zeigt laut Mitteilungen des UNFCCC zwar eine deutliche Steigerung der Klimaschutzambitionen, verglichen mit jenen aus dem vorangegangenen Kyoto-Protokoll. Einige Entwicklungsländer hätten neu erstmalig überhaupt Ziele festgelegt. Ausreichend, um das angepeilte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, seien sie jedoch noch nicht.

Was die UN-Staaten für eine erfolgreiche Klimakonferenz leisten müssten

Das Klima würde sich laut CAT, einem Zusammenschluss aus vier unabhängigen Klimaforschungsinstituten, aufgrund der eingereichten Ländermassnahmen bis 2100 um etwa 2,7 Grad erwärmen. In einem Faktenblatt zur Pariser Klimakonferenz des Bundesamts für Umwelt (BAFU) heisst es dazu: «Um die Erderwärmung unter 2°C zu halten, müssen die definitiven Ziele einerseits konsequent umgesetzt werden und andererseits stetig verschärft werden.»

Immerhin, so berechnet CAT, würde es bei den derzeit bestehenden Massnahmen der Länder bleiben, wäre eine Erwärmung bis 2100 um 3,6 Grad die Folge, im schlechtesten Fall sogar um bis zu 4,9 Grad. Die angepeilten Ziele zeigen also zumindest ein Vorankommen.

Vor allem die grössten Emittenten, wie China, die USA und die EU, aber auch einige der Entwicklungsländer, müssen beim COP21 noch etwas grössere Kompromisse eingehen. Ansonsten droht die Klimakonferenz zu scheitern und mit ihr die Chance auf eine Erderwärmung, die zwar noch immer eine Herausforderung, aber keine Überforderung bedeutet.

Warum die Klimakonferenz konkret werden muss

Scheitert die Staatengemeinschaft, und es werden wieder keine einschneidenden Massnahmen festgelegt, könnte bereits bis 2100 die angepeilte Marke überschritten und sich das Klima um durchschnittlich vier Grad erwärmt haben. Bei einer so starken Erwärmung würde das Leben, so wie wir es kennen, nicht mehr existieren. Millionen Menschen wären von Wasserknappheit und Hunger betroffen, die Welt durch ein riesiges Artensterben bedroht.

Schon jetzt steigen die Meeresspiegel stärker, als Wissenschaftler in den letzten Jahren prognostiziert hatten. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des IPCC, dem Intergovernmental Panel on Climate Change. Der IPCC erwartet inzwischen, dass der Meeresspiegel bis Mitte der 2090er Jahre um bis zu 0,44 Meter ansteigen wird. Grund sei das Schmelzen von Eismassen wie auch die Ausdehnung des Meereswassers durch die Erderwärmung. Gerade für uns in der Schweiz klingt das noch nicht nach einem bedrohlichen Anstieg, für viele Inselstaaten und Küstenregionen kann bereits das jedoch verheerende Folgen haben.

Rekordhitze und Dürren, aber auch Dauerregen oder Überschwemmungen sowie die Häufung schwerer Stürme sind laut Wissenschaftlern weitere Belege dafür, dass der Klimawandel bereits angekommen ist. Mit jedem Grad, um das sich die Erde weiter erwärmt, können die Extreme zunehmen und die Anpassung an den Klimawandel immer schwieriger werden.

Die Vorgeschichte des Klimagipfels

1998 beschloss die internationale Staatengemeinschaft mit dem Kyoto-Protokoll erstmals gemeinsame Ziele zum Schutz des Klimas. Die Vereinbarung sah vor, dass der Ausstoss der schädlichsten Klimagase, beispielsweise Kohlendioxid, Methan und FCKW, weltweit auf ein Niveau von vor 1990 reduziert werden sollte. Damit, so wurde errechnet, könne man eine dramatische Klimaerwärmung verhindern.

In den Folgejahren und auf weiteren 18 Konferenzen wurde mehr oder minder ergebnislos diskutiert, ohne auch nur annähernd ausreichende Massnahmen zu beschliessen. Russland, Kanada, Japan und Neuseeland erklärten in 2011 sogar aus dem bis 2020 verlängerten Kyoto-Protokoll, kurz Kyoto II genannt, ihren Austritt.

Quellen: Greenpeace, de-ippc.de, unfccc.int, Bafu.admin.ch, climateactiontracker.org, WWF, Wikipedia

Autor: JayRB