Markt für nachhaltige Geldanlagen wächst weiter

Der Anlagenmarkt für nachhaltige Geldanlagen steigt stetig. Auch im letzten Jahr wurde wieder deutlich mehr «grün» investiert als zuvor. Die neuesten Analysen zeigen jetzt, wie viel und wo in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr angelegt wurde.

Der Markt für nachhaltige Geldanlagen wächst immer weiter.
Immer öfter wird bei Geldanlagen auf die Nachhaltigkeit der Investition geachtet. Foto: isak55, iStock, Thinkstock

Das Volumen der nachhaltigen Geldanlagen betrug in 2010 in Deutschland, Österreich und der Schweiz, bezogen auf das Marktsegment der Publikumsfonds, Mandate und sonstigen Finanzprodukte, insgesamt 51, 9 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Zunahme innerhalb eines Jahres von 14 Milliarden Euro, wie der aktuelle «Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen» zeigt, der vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) jetzt veröffentlicht wurde. «Werden außerdem weitere, bislang in dieser Form nicht erfasste Marktsegmente hinzugezählt, waren 2010 insgesamt 94,5 Milliarden Euro nachhaltig investiert», ergänzt das FNG dazu in seiner Pressemitteilung.

Der Vorstandsvorsitzende des FNG, Volker Weber, kommentierte das Ergebnis der Studie als erfreulich. Allerdings sprach er sich auch deutlich dagegen aus, sich mit den Zahlen zufrieden zu geben: «Das Ziel einer nachhaltig ausgerichteten Wirtschaft erfordert es, dieses Wachstum weiter voranzutreiben und gleichzeitig weitere qualitative Impulse zu setzen.»

Im Einzelnen zeigte der Bericht, dass in 2010 Publikumsfonds, Mandate und sonstige Finanzprodukte in Deutschland wie auch in der Schweiz um je 23 Prozent angewachsen sind. In Österreich waren es hingegen lediglich 17 Prozent. In absoluten Zahlen betrachtet zeigt sich, dass der Hauptanteil des Volumens nachhaltiger Geldanlagen wie in den Jahren zuvor aus der Schweiz kommt (33,6 Milliarden Euro). Gefolgt wird die Schweiz mit deutlichem Abstand von Deutschland (15,9 Milliarden) und Österreich (2,4 Milliarden).

Eine deutlich unterschiedliche Verteilung im deutschsprachigen Raum zeigte sich bei der Art von Investoren. In Deutschland und Österreich lagen bei Publikumsfonds, Mandaten und sonstigen Finanzprodukten die institutionellen Investoren mit 77 beziehungsweise 74 Prozent vorne. In der Schweiz waren es hingegen private Anleger, die den Hauptanteil der Investoren ausmachten.

Im aktuellen Bericht zum ersten Mal analysiert wurden Kunden- und Eigenanlagen von Spezialbanken mit Nachhaltigkeitsfokus. Wertet man diese Daten aus, zeigt sich jedoch ein deutlich verschobenes Verhältnis zu dem vorherigen. Der Wert der nachhaltigen Geldanlagen in diesem Bereich beträgt 40,3 Milliarden Euro. 97 Prozent davon werden alleine in Deutschland investiert. Ebenfalls zum ersten Mal wurden nachhaltige geschlossene Fonds analysiert, die mit 1,1 Milliarden Investitionsvolumen auftraten. Unter Berufung auf eine externe Studie zeigte der Bericht zudem Daten zu nachhaltigen Zertifikaten auf, die 1,2 Milliarden Euro an «grünen» Investments ausmachten.

Bei der Strategie der nachhaltigen Geldanlagen zeigten sich Deutschland, Österreich und die Schweiz gleich auf. In allen drei Ländern wurden die Investments am häufigsten nach negativen Anlagekriterien - zum Beispiel dem Ausschluss von Atomenergie bei der Wahl der Geldanlage - ausgesucht. Auf dem zweiten Platz der beliebtesten Auswahlkriterien folgte der Best-In-Class-Ansatz.

Mehr zu den Studienergebnissen, sowie den vollständigen Bericht zum kostenlosen Download finden Sie unter www.forum-ng.org.

Quelle: Forum nachhaltige Geldanlagen (FNG)