Umweltverbände: Kosten für Schweiz ohne Atom-Strom

Die Schweizer Strom-Versorgung könnte bereits in 15 bis 25 Jahren mit nur geringen zusätzlichen Kosten ohne Atomkraft auskommen. Umweltverbände zeigen, mit welchen Massnahmen die Versorgung durch erneuerbare Energie möglich ist.

Die Energiewende ist realisierbar für die Schweiz bis 2035.
Die Energiewende in der Schweiz ist laut SES realisierbar. Foto: Mike_Kiev / iStock / Thinkstock

Nur 0,1 Rappen pro Kilowattstunde oder 5 Franken pro Familienhaushalt und Jahr soll der frühzeitige Atom-Ausstieg der Schweiz kosten. Wie das funktionieren soll, haben Umweltverbände in zehn Bausteinen festgehalten. Durch die Bausteine soll ein möglichst schneller Ausstieg ermöglicht werden. «Das Restrisiko kann jeden treffen, wir müssen so schnell wie möglich von der Atomkraft wegkommen», sagt Jürg Buri, Geschäftsleiter der Schweizerischen Energie-Stiftung, an der Medienkonferenz zur Vorstellung der 10 Bausteine in Bern.

Zentral für die Stromwende sollen dabei zwei Ausgangspunkte sein. Zum einen gilt es, Energieeffizienzmassnahmen zu fördern und dadurch das Strom sparen attraktiver zu machen. Dadurch soll der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden. Zum anderen soll die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ausgebaut werden. Damit soll die bisher relativ geringe Nutzung der Solar-Energie in der Schweiz vorangetrieben werden.

«Alle Bausteine für den Ausstieg liegen bereit. In der Schweiz sind die nötigen Produktionspotenziale bei neuen erneuerbaren Energien und den Effizienzmassnahmen vorhanden, ökologisch verträglich und wirtschaftlich», wird Kaspar Schuler, Leiter Klima und Energie bei Greenpeace in der Medienmitteilung der SES zitiert. «Es spricht alles dafür, nichts dagegen.»

Die zehn Massnahmen der Umweltverbände sollen für die Schweiz einen Atom-Ausstieg bis 2035 gewährleisten. Dass die Strom-Versorgung ausschliesslich durch erneuerbare Energie realisiert wird ist laut Schuler ein ambitioniertes aber nicht unerreichbares Ziel. Damit die Energiewende jedoch tatsächlich sinnvoll ist, dürfe diese die Umwelt nicht zusätzlich belasten. Laut Rico Kessler, Leiter Politik und Internationales von Pro Natura, sei dies auch nicht notwendig: «Die ökologischen Potenziale der erneuerbaren Energien sind gross genug» sagt er gegenüber der SES, «Was fehlt, sind eine verlässliche Planung und klare Standortkriterien.»