Massvoller Fleisch-Konsum für Umwelt und Gesundheit

Natürlich ist Fleisch essen erlaubt. Aber bitte natürlich und massvoll. So ist der Fleisch-Konsum von nachhaltig arbeitenden Bauernhöfen und Metzgern weder schlecht für die Umwelt noch für die Gesundheit.

Hoher Fleischkonsum fördert den umweltbelastenden Import.
Mit einer Halbierung des Fleischkonsums, würden die SchweizerInnen die Umweltbelastung stark reduzieren. Foto: Jacek Chabraszewski, iStock, Thinkstock

Was soll an einem saftigen Steak vom Biobauern nebenan mit Gemüse und Salat auszusetzen sein? Nichts! Diese Entlastung liefert uns zumindest die Autorin Theresa Bäuerlein mit ihrem Buch «Tiere essen – Tiere lieben». Sie sagt in einem Interview: «Das Argument ‚meat is murder‘ ist damit zu entkräften, dass man sagen kann, dass jede Ernährungsweise den Tod von Lebewesen beinhaltet. Das lässt sich nicht vermeiden.» Wenn Lebensmittel nachhaltig produziert würden, sei es für die Umwelt beinahe egal, ob man Fleisch oder Pflanzen esse. Die Lösung liegt in der Menge des verzehrten Fleisches und der nachhaltigen Produktion.

Fleisch-Konsum für die Umwelt halbieren

Das bedeutete aber, dass Herr und Frau Schweizer statt einem Kilo nur noch 500 Gramm Fleisch pro Woche konsumieren sollten. Laut einer von der Erklärung von Bern (EvB) in Auftrag gegebenen Studie, könnte allein die Halbierung des Fleischkonsums einen grossen Beitrag zur Verringerung der Umweltbelastungen durch die Produktion leisten. In der Schweiz werden jährlich 400.000 Tonnen Fleisch verzehrt, 53 Kilo pro Person, heisst es. Dafür importiere die Schweiz neben Fleisch auch über 650.000 Tonnen an Kraftfutter für Nutztiere, allein vom Eiweissträger Soja rund 280.000 Tonnen jährlich, hauptsächlich aus Brasilien. Würde die Schweiz auf jeglichen Import von Futtermitteln und Fleisch verzichten, wäre sie gemäss der Studie trotzdem in der Lage, rund die Hälfte des heute konsumierten Fleischs herzustellen – ungefähr 28 Kilo pro Person und Jahr.

Und auch der WWF Schweiz fordert niemanden auf, Fleisch ganz zu verbannen, sondern zu reduzieren. Denn wer nur drei Mal pro Woche Fleisch isst, spart pro Jahr rund 600 Kilogramm CO2 ein. «Fleisch müsse nicht täglich konsumiert werden und soll etwas besonderes sein», meint WWF-Konsumexpertin Jennifer Zimmermann.