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Bei Stress oder Frust greifen viele zur Schokolade. Diese macht glücklich und hilft zudem als Nervennahrung. Süssigkeiten sind trotz «Bio» jedoch nur zum Geniessen da, die sich nur in Massen zum täglichen Verzehr eignen.
Bio-Schokolade: Die Zutaten sind aus kontolliertem biologischem Anbau. Foto: © Pretoperola / dreamstime
Wer zu Bio-Süssigkeiten greift, hat dennoch keinen Freibrief zum Schlemmen. Das bestätigt auch Steffi Schlüchter von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. Als diplomierte Ernährungsberaterin HF empfiehlt sie, Bio-Süssigkeiten mit Mass zu geniessen. Diese stehen wie andere Süsswaren und gesüsste Getränke an der Spitze der Lebensmittelpyramide. Denn zu viele Fette lassen auch Hüftgold ansetzen und durch Zucker kann sich die Gefahr von Karies erhöhen. Trotz solcher Bedenken habe ich den Geschmackstest von Bio- und konventionell erzeugtem Süsskram gewagt.
Die Zutaten der Bio-Schoggi stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Der Kakao ist fair gehandelt und viele Hersteller kennen die Produzenten gut. Statt sterilem Weisszucker setzt man Vollrohrzucker und Rohrzucker ein, um unter anderem. das Kakaoaroma nicht zu verändern. Andere Inhaltsstoffe wie Milch und Früchte kommen aus der Schweiz. Generell verzichtet man auf Farb- sowie Zusatzstoffe. In den meisten Fällen kommt auch kein Bio-Sojalezithin als Emulgator zum Einsatz. Dunkle Schokolade produziert man aus einer grösseren Menge an Kakao. Gleichzeitig wird der Anteil an Kakaobutter und Zucker reduziert - was automatisch die Kalorien senkt.
Auch Bio-Fruchtgummis bestehen hauptsächlich aus Zucker und Glucosesirup. Alle Inhaltsstoffe sind jedoch Produkte aus der Bio-Landwirtschaft. Erlaubt sind natürliche Aromen, pflanzliche Farbstoffe und Bio-Geliermittel, wie Gelatine, Gummi Arabicum, Agar-Agar und nicht amidiertes Pektin. Laut Bio Suisse enthalten Knospe zertifizierte Gummibärchen keine Aromen, sondern ausschliesslich Knospe- oder biologische Gewürz- und Pflanzenextrakte sowie Zitrusschalenöle. Die Süsswaren werden ausschliesslich mit Gemüse-Fruchtsaft- und Saftkonzentrat eingefärbt. Zudem setzt man Zitronensäure ein, die nicht gentechnisch verändert wurde. Bei konventionell eingefärbten Gummibären finden sowohl künstliche als auch pflanzliche Farbstoffe Anwendung.
Bonbons und viele andere Schleckwaren bestehen fast ausschliesslich aus Zucker – auch die Biovarianten. Rohrzucker, Sirup und Pflanzenextrakte aus biologischem Anbau sind die Geschmacksträger. Konventionell produzierte Bonbons enthalten Weisszucker, Konservierungs-, Farb- oder Aromastoffe. Obwohl die meisten Schleckwaren lediglich aromatisiert sind, darf mit Früchten auf der Verpackung geworben werden. Laut Foodwatch sind in Süsswaren häufig unnötige Vitamine zugesetzt. Die Hersteller bewerben diese dann als «gesund», was die Essensretter eher als «Etikettenschwindel» ansehen.
Auch Bio-Kekse haben oft einen hohen Anteil an Zucker. Daher ist es auch hier ratsam mit Mass zu naschen. Foto: © iStockphoto /thinkstockphotos.com
Bio-Hersteller setzen oft auf Vollkornmehl von Dinkel, Hafer und Vollrohrzucker, wobei Süßungsmittel, künstliche Zusatzstoffe, Farbstoffe oder Aromen nicht in den Teig kommen. Häufig verzichtet man bei Bio-Keksen auf ungesunde, gehärtete Fette.
Einen persönlichen, aber nicht repräsentativen Geschmackstest der einzelnen Bio-Süssigkeiten finden Sie auf der zweiten Seite.
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) berichtete von Azorafarbstoffe, womit man Bonbons und Gummibären bunt einfärbt. Diese Stoffe werden verdächtigt, Allergien und Hyperaktivität bei Kindern auszulösen. Schweizer Hersteller setzen inzwischen weniger diese Farbstoffe ein.
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