«Bio ist trotzdem besser!»

Bio-Produkte sind nicht gesünder als konventionell produzierte Lebensmittel, so eine aktuelle Studie aus den USA. Doch wofür zahlen wir dann den Mehrpreis des Bio-Siegels? Experten erklären im Interview, warum «Bio» sich trotzdem lohnt.

Warum «Bio» trotzdem besser ist
Bio-Produkte haben oft mehr Geschmack. Foto: Alexey Stiop, iStock, Thinkstock

Auch wenn uns die Werbung nur zu gerne vermittelt, dass Bio-Produkte gesünder seien. Sie enthalten nicht mehr Nährstoffe als Lebensmittel aus konventioneller Landwirtschaft, wie eine Untersuchung der Stanford Universität zeigt. Für Urs Niggli vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ist das auch wenig überraschend: «Ein Bio-Apfel wächst genauso wie jeder andere und kann deshalb nicht viel mehr gesundheitsfördernde Stoffe enthalten».

Wenn Bio-Lebensmittel uns keinen gesundheitlichen Vorteil bringen, lohnt es sich dann überhaupt, dafür tiefer in die Tasche zu greifen? «Der Mehrpreis lohnt sich auf alle Fälle», erklärt Sabine Lubow von Bio Suisse, dem Dachverband der Schweizer Knospe-Betriebe, «Bio-Produkte sind überwiegend frei von Pestiziden, das ist ein grosser Vorteil». Diese Meinung teilt auch Urs Niggli: «Über 400 in der konventionellen Landwirtschaft genutzte Wirkstoffe werden beim biologischen Anbau nicht verwendet».

Zwar enthalten Bio-Produkte nicht deutlich mehr Nährstoffe, aber beim biologischen Anbau wird auf viele Gifte verzichtet. Auch das bringe der Gesundheit einen Vorteil, so Sabine Lubow. Zudem spreche der im Vergleich zu vielen konventionellen Produkten authentische Geschmack von Bio-Lebensmitteln für sich. Lubow und Niggli geben ausserdem zu bedenken, dass die biologische Landwirtschaft zusätzlich Richtlinien in anderen Bereichen beinhalte, die etwa eine artgerechte Tierhaltung, die Erhaltung der Artenvielfalt oder eine geringere Belastung des Grundwassers garantieren. Urs Niggli ist überzeugt davon, dass solche Umweltaspekte ebenso zur Entscheidung für Bio-Produkte beitragen und Sabine Lubow ergänzt: «Mit einem guten Gewissen isst es sich einfach besser».

Text und Interviews: Bianca Sellnow