Bio-Obst im Winter: Überblick über einheimische Vitaminbomben

Bio-Früchte vertreiben den Winterblues. Doch was gibt es an heimischem Bio-Obst im Winter? Bio-Äpfel hellen die Laune auf, aber auch Most, Dörrobst und der gelegentliche Griff zu exotischen Fair Trade-Früchten bringen gesunde Abwechslung in den Ernährungsplan.

Äpfel und Birnen sind Vitaminbringer im Winter.
Nachhaltig: Äpfel sowie Birnen sorgen für die nötigen Vitamine in der kalten Jahreszeit. Foto: BogdanHoda, iStock, Thinkstock

Das Erfolgsrezept «Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern» ist nur die halbe Wahrheit: Um sich ausgewogen zu ernähren, sollten sich Schweizer noch eine zweite Portion Bio-Obst im Winter gönnen. Gesund und gleichzeitig umweltschonend ist dann der Verzehr von Saison-Früchten aus der Region. Kurze Transportwege und Kühllagerung erhalten wichtige Vitamine. Im Winter schrumpft jedoch die Auswahl an heimischen Früchten. Meist gibt es dann gelagerte Bio-Äpfel und Birnen. Deshalb hungern viele nach anderen Vitaminbomben und suchen Bio-Früchte, die sie in der Winterzeit mit gutem Gewissen kaufen können.

Die Schweizer Winterklassiker: Bio-Äpfel und Birnen

Ein Blick in die Bio-Suisse Saisonkalender zeigt, dass ausschließlich Äpfel und Birnen als Vitaminbomben bereit stehen. Da im ökologischen Obstanbau keine Pestizide eingesetzt werden, finden Verbraucher meist resistente Bio-Apfelsorten in den Auslagen der Reformhäuser, Wochenmärkte und Supermärkte. Wer hier nach dem beliebten, doch eher krankheitsanfälligen «Gala» schaut, sucht vergebens. Stattdessen trifft er auf Topaz, Ariwa, Ecolette, Florina, Golden Orange, Goldrush, Goldstar, Otava, Rajka, Resi, Resista, Retina, Rewena und Rubinola. Dass sich die Wahl von Bio-Obst im Winter lohnt, beweisen sogar Studien: Bio-Äpfel enthalten bis zu 20 Prozent mehr Vitalstoffe und schmecken besser als herkömmliches Kernobst. Ökologisch angebaute Birnen sind gewöhnlich nur bis April verfügbar, da es bisher noch keine entsprechend lagerfähige Sorte gibt.

Vitaminreich wie am ersten Tag: Lagerung von Bio-Früchten im Winter

Anbauweise, Sorten, Umweltbedingungen und Zubereitung beeinflussen, wie viele Vitamine im Obst sind, weiss die Ernährungsberaterin Martina Ammann. «Vitamine sind sehr empfindlich gegenüber Hitze, Licht oder Sauerstoff. Daher gilt generell, dass man Obst möglichst frisch verwendet, um Vitaminverluste möglichst gering zu halten.» Doch auch die Art und Weise der Lagerung sei dafür ausschlaggebend. Deshalb versetzt man unbeschädigte Früchte direkt nach der Ernte in einen vitaminschonenden Winterschlaf. In der Schweiz nutzt man dafür die so genannte CA-Lagerung. Dabei werden Sauerstoff und Temperatur kontrolliert heruntergefahren. So haben Bio-Äpfel nach fünf Monaten noch fast die gleiche Menge an Vitamin C wie nach der Ernte. Zusätzliche Konservierungsstoffe sind dabei nicht zugelassen. Betrachtet man die Ökobilanz, dann verbraucht die Kühllagerung weniger Energie als der Import von neuseeländischen Äpfeln. Eine weitere Möglichkeit ist das Naturlager. Laut Bio Suisse ist Hochstammkernobst aus kühlen Kellern mit hoher Luftfeuchtigkeit die ökologischste Variante, die auch Verbraucher privat anwenden können.

Vitamin C Bomben: Bio-Kiwi aus der Schweiz

Warum aus der Ferne kaufen, wenn die Bio-Kiwi wächst so nah. Verbraucher können heimische Bio-Kiwis von Dezember bis Mai verzehren. Die Plantagen befinden sich in der südlichen Schweiz, wo die Bäume auch frostigen Temperaturen standhalten. Nach dem Pflücken lagert man die vitaminreiche Obstsorte kühl, sodass dem umweltschonenden Genuss von Bio-Kiwi im Winter nichts im Wege steht.