Freund oder Feind? Käfer in der Schweiz und wie nützlich sie sind

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Käfer sind auf der ganzen Welt mit unzählig vielen Arten vertreten. Die wichtigsten und am häufigsten vorkommenden Arten in der Schweiz finden Sie hier. Und Sie erfahren, ob die Käfer eher schädlich oder nützlich sind.

Käfer in der Schweiz: Diese Arten sind hier Zuhause
Der Hirschkäfer ist bedroht, sein Bestand erholt sich aber. Foto: © Bepsimage / iStock / Thinkstock

Schon alleine die Liste der Käfer in der Schweiz ist enorm lang. Von den in Mitteleuropa heimischen etwa 8'000 Arten – weltweit gibt es dokumentierte 350'000 –, sind hierzulande immerhin etwa 6'500 verschiedene Expemplare vertreten. Hier deshalb nur eine Übersicht ausgesuchter Käferarten.

Der wahrscheinlich grösste Käfer in der Schweiz

Wer ihn zu Gesicht bekommt, hat Glück, denn die grösste Käferart der Schweiz und ganz Europas, der Hirschkäfer, ist selten geworden. Wenn überhaupt, sieht man den bis zu acht Zentimeter grossen, mit geweihförmigen Mundwerkzeugen «bewaffneten», Käfer in der Dämmerung. Vor allem im Hochsommer ist er unterwegs, vornehmlich auf der Suche nach Bäumen mit natürlich entstandenen Wunden, aus denen Baumsaft austritt und wovon er trinken kann.

Die Weibchen besitzen die langen Mundwerkzeuge übrigens nicht und sind nur etwa halb so gross wie ihre männlichen Artgenossen. Selten ist diese Käferart geworden, da ihr Lebensraum, vor allem Totholz, in aufgeräumten Wäldern kaum noch zu finden ist. Doch er war auch schon stärker bedroht als heute. Dadurch, dass in vielen Gebieten inzwischen bewusst Totholz liegen bleibt, vermehrt sich der Hirschkäfer wieder häufiger.

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Die Liebesboten der Nacht: Glühwürmchen sind Romantiker

Bei schönem Sommerwetter verwandeln Glühwürmchen die Natur in ein wunderschönes, fast mystisches Spektakel. Dies wegen ihrem faszinierenden Leuchtorgan, das ihnen zur Kommunikation dient. Bei den meisten Arten haben nur weibliche Glühwürmchen ein solches, um damit das andere Geschlecht anzulocken.

Gross angesiedelte Leuchtkäferkolonien sind selten, finden sich aber vor allem in den Regionen Zürich, Schaffhausen, Neuenbrug und Genf. Mit etwas Glück kann man sie aber in allen Schweizer Regionen beobachten. Foto: © Alexey Stiop / iStock / ThinkStock

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Der Glücksbringer unter den Käfern der Schweiz

Klein, fast kugelrund und meist rot gefärbt mit schwarzen Punkten kommt der Marienkäfer daher. Unter den Käferarten der Schweiz ist er einer der am liebsten gesehen Gäste im Biogarten oder auf dem Balkon. Denn alleine im Larvenstadium frisst er bis zu 3'000 lästige Blattläuse oder Spinnmilben.

Die markante Rotfärbung stammt von Lycopin, ein Carotin und Farbstoff der Natur, der auch die Tomate rot erscheinen lässt. Das Schwarze der Punkte – die typisch heimische Art dieser Käfer der Schweiz hat hiervon meist 19 Punkte – entsteht durch ein Melanin. Dies ist auch jene Substanz, die unsere Haut unter UV-Einwirkung braun färbt.

Es wurde festgestellt, das in industriell geprägten Ballungszentren jedoch die schwarz gefärbten Marienkäfer mit roten Punkten sich genetisch mehr durchsetzen, als die direkten Verwandten in umgekehrter Färbung. Bedroht wird der Bestand der heimischen Marienkäferarten durch den einst als Schädlingsbekämpfer eingeführten Asiatischen Marienkäfer. Er kann tödliche Krankheiten verbreiten, gegen die der Käfer selbst immun ist.

Von schillernden und schädlichen Käferarten der Schweiz

Viele der Käfer in der Schweiz haben sich spezialisiert, auf bestimmte Lebensräume oder Pflanzen. Schillernde Persönlichkeiten sind die oft sehr schönen Prachtkäfer, welche alle möglichen Farben haben können. Sie fressen meist an kranken oder bereits geschädigten Pflanzen. Zudem gibt es die Familie der Laufkäfer, die meist erst im Dunkeln aus ihrem Versteck kommen und Insekten fressen. Die Larven des Bockkäfer treiben dagegen meist in Baumstämmen ihr Unwesen.

Wenn sie im Garten oder freien Natur was anknabbern, gar zum Tod einer oder mehrerer Pflanzen führen, dann werden Käferarten als schädlich eingestuft. Zu diesen Vertretern gehört der gestreifte Kartoffelkäfer, der es auf das Laub der beliebten Knolle abgesehen hat. Rote Lilienhähnchen, welche zur Familie der Blattkäfer gehören, befallen vor allem die gleichnamigen Blumen im Garten. Sie sorgen für teils massive Frassschäden.

Auch die Larven von Mai- und Junikäfer können für Schaden unter der Erde sorgen, genauso wie jene des Dickmaulrüsslers. Sie fressen nach und nach selbst im Topfgarten die wichtigen, kleinen Wurzeln von Pflanzen ab. Der überirdische Pflanzenteil sieht dann irgendwann so aus, als oder er vertrocknen würde.

Ein neuer, sehr unbeliebter Käfer ist der aus Asien eingeschleppte Laubholzbockkäfer. Er ist nachweislich seit 2011 dabei, sich einmal quer durch jede Laubholzart zu fressen, zumindest im Larvenstadium. Der bis zu drei Zentimeter grosse, schwarze Käfer ist an seinen langen Antennen erkennbar, die schwarz-weiss gestreift sind. Sichtungen sind meldepflichtig, betroffene Bäume werden gefällt.

Käfer in der Schweiz bestimmen

Wenn es krabbelt und flattert und man nicht weiss, was das für ein Insekt ist, dann kann man diese mit ein paar Klicks auf Insects.ch vielleicht bestimmen. Die Internetseite hat eine unglaublich grosse Insektenbildergalerie. Darunter auch alle möglichen Käfer der Schweiz.

Quellen: Totholz.ch, Wikipedia, Insects.ch, cscf.ch

Autor: Jürgen Rösemeier-Buhmann