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Eine Innovation wirbelt in der Energiebranche viel Wasser auf, denn die Möglichkeiten zur Gewinnung von neuen erneuerbaren Energien sind lange nicht ausgeschöpft. Eine frische Idee strömt aus aargauischen Gewässern: Nachhaltiger Strom aus einem Wasserwirbelkraftwerk.
Wasserwirbelkraftwerke sind eine innovative Technologie und liefern alternative Energie. Foto: ©iStockphoto.com / Alisher Duasbaew
Das erste Wasserwirbelkraftwerk der Schweiz hat bereits mehr als einen Wasserwirbel ausgelöst: Es wurde vor wenigen Monaten in Schöftland in Betrieb genommen und hat bereits den Prix Watt d'Or vom Schweizerischen Bundesamt für Energie erhalten. Das Besondere am Wasserwirbelkraftwerk ist, dass es nicht nur nachhaltigen Strom produziert, sondern gleichzeitig Gewässer renaturiert. Die Wasserfauna wird nicht gestört. Es funktioniert mit einer relativ einfachen Technik, die direkt der Natur abgeschaut wurde: Kernstück ist ein Becken mit einem zentralen Abfluss, wie in einem Lavabo, das sich in einem Fluss oder Bach an einer Stelle befindet, das über mindestens 70 Zentimeter Gefälle und eine Wassermenge von rund tausend Litern pro Sekunde verfügt. Über dem Abfluss bildet sich automatisch ein Wasserwirbel. Dort hinein wird ein Rotor gestellt, der sich circa 20 Mal pro Minute dreht und damit einen Generator antreibt, der den Strom produziert und ins Netz einspeist. Dank der langsamen Bewegung des Rotors können Fische das Wasserwirbelkraftwerk problemlos in beide Richtungen passieren. Zwar wurde diese Fischdurchlässigkeit noch nicht wissenschaftlich bewiesen, aber eine laufende Studie lässt bisher keine Bedenken aufkommen.
Bis zu 120.000 Kilowattstunden jährlich
Die Menge an erzeugtem Strom variiert je nach den herrschenden Bedingungen. «Ein Wasserwirbelkraftwerk wird auf den jeweiligen Fluss und den Standort ausgerichtet, darum ist seine Leistung variabel», erklärt Daniel Styger von der Genossenschaft Wasserwirbelkraftwerke Schweiz (GWWK), welches das erste derartige Kraftwerk in Schöftland betreibt. Dort verfügt das Becken mit dem Rotor über einen Durchmesser von 6,5 und eine Fallhöhe von 1,7 Metern. Je nach Wassermenge produziert dieses Wasserwirbelkraftwerk 80.000 bis 120.000 Kilowattstunden Energie pro Jahr und versorgt 20 bis 25 Familien mit Strom. Künftig sollen daraus sogar noch mehr werden. In Schöftland arbeitet man laufend an der Technik weiter. «Wir rechnen damit, dass wir 50 bis 60 Prozent der Kraft des Wassers nutzen können», sagt Styger. Man werde aber nie von einem Wirkungsgrad von 80 oder 90 Prozent sprechen können. «Wir wollen ja nicht hundert Umdrehungen pro Minute, dadurch wäre die Naturdurchgängigkeit gefährdet. Diese ist aber das Entscheidende am Wasserwirbelkraftwerk», so Styger.
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